16. Paris-Brest-Paris 2007


PBP - die markanten Kürzel stehen für die älteste Langstreckenfahrt von der französischen Hauptstadt nach Brest an der Atlantikküste und zurück. Über 1200 Kilometer, 10.000 Höhenmeter und seit über 100 Jahren wird schnellstmöglich, oder zumindest durchhaltend, durch die Normandie und die Bretagne geradelt. Mehr als 5000 Starter schwangen sich im August 2007 in ein Pariser Vorort in den Sattel - eine rollende Freakshow. Einige sollten aber nicht ankommen – inklusive meiner Person.

20.30 Uhr verlässt meine Startgruppe unter ohrenbetäubenden Anfeuerungsbekundungen der Zuschauer den Pariser Vorort Saint Quentin en Yvelines. Da ich den ganzen Tag mit schlafen und essen verbrachte geht es mir ausgesprochen gut, und ich finde schnell in einer kleinen Franzosengruppe meinen Rhythmus. Die Zuschauer dünnen aus, die Nacht bricht herein und wenige Stunden und 140 Kilometer später sind wir in Mortagne au Perche, der ersten Versorgungstelle. Schnell wird klar das Radrennen in Frankreich mit nichts anderen zu vergleichen ist. Berge kulinarischer Köstlichkeiten gilt es zu verschlingen, auch wenn dafür etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden muss. Viva la France.

Durch die verregnete Nacht gen Westen. Kleine Anstiege verhindern das Auskühlen. Stoische Ruhe. Nur das Surren der Ketten und der Reifen auf dem nassen Asphalt ist zu vernehmen. Die Gespräche werden mit der Schwärze der Nacht verschluckt. In der Morgendämmerung passieren wir den zweiten Kontrollposten in Villaines la Juhel. Kurze Rast und weiter geht’s. Nur wenige Stunden später sollte ich wieder an der Station sein … An einer Kreuzung, hinter einer Kurve, hatten wir gehalten, da der Richtungspfeil nicht zu sehen war. Sekunden später kracht ein italienischer Radfahrer in unsere Gruppe rein und verursachte einigen Schaden. Dennoch ging es glimpflich aus: leichte Verletzungen an den Fahrern und reparable Schaden an den Rädern. Selbst, hatte es mein Knie geprellt, welches schön unansehnlich anschwoll. Etwas frustriert stellte ich fest dass das Rennen für mich damit gelaufen war. Zurück in Villaines la Juhel wurden die Verletzten liebevoll versorgt, mein Knie mit Salben bestrichen und mit Eis tiefgekühlt. Stunden später startet ich den Versuch per Rad nach Paris zurückzukommen, musste aber doch auf den Zug ausweichen. Glück im Unglück. Gegen 2 Uhr Nachts bin ich wieder bei meinem geparkten Auto. Rechtzeitig. Die Scheibe ist zwar schon demoliert, aber scheinbar hatten die Diebe keine Zeit etwas mitgehen zu lassen.
Alles wird gut …

2011 versuche ich es wohl noch einmal in Frankreich.
2009 vielleicht die 1400 km von London nach Edinburgh und zurück.
2007 SOJUS: Berlin-Moskau. Etablierung einer neuen Langstreckenfahrt.

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